Sunday, July 21, 2024
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Taliban Nehmen Zahlreiche Mitarbeiter Von Schweizer Hilfsorganisation Fest


Weil sie angeblich zum Christentum bekehren wollten, sind in Afghanistan 21 Mitarbeiter einer Schweizer Hilfsorganisation festgenommen worden. Schon 2010 war ein Mitarbeiter von den militanten Islamisten getötet worden.

Die radikalislamischen Taliban-Behörden in Afghanistan haben zahlreiche Mitarbeiter einer Schweizer Hilfsorganisation festgenommen. Ein Vertreter der Taliban-Regierung sagte am Samstag, insgesamt seien 21 Mitarbeiter der Organisation International Assistance Mission (IAM) in Gewahrsam genommen worden, darunter eine US-Bürgerin. Die Gruppe stand demnach bereits seit einiger Zeit unter Beobachtung, weil sie versucht habe, Afghanen zum Christentum zu bekehren.

Die in der Schweiz registrierte Hilfsorganisation hatte zuvor erklärt, 18 Beschäftigte seien aus ihrem Büro in der Provinz Ghor in Zentralafghanistan abgeführt und in die Hauptstadt Kabul gebracht worden. IAM hatte nach eigenen Angaben keine Informationen dazu, was ihrem Personal vorgeworfen wird.

IAM ist seit 1966 in Afghanistan aktiv und arbeitet in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Die Hilfsorganisation erklärt auf ihrer Website, sich auf christliche Werte zu stützen, gibt aber an, nicht nach politischen oder religiösen Gesichtspunkten Hilfe zu leisten. „Wir schätzen und respektieren die lokalen Bräuche und Kulturen“, erklärte die Gruppe.

Vor zwei Jahren waren die internationalen Truppen nach fast 20 Jahren aus Afghanistan abgezogen. Nach einem raschen Vormarsch im ganzen Land übernahmen die Taliban im August 2021 wieder die Herrschaft und riefen ein „Islamisches Emirat“ aus.

Nach ihrer erneuten Machtübernahme im August 2021 hatten sie zwar versprochen, moderater zu regieren als zu Zeiten ihrer ersten Herrschaft in den 1990er-Jahren. Zuletzt wurden sie jedoch immer autoritärer und dogmatischer. Die Gruppe wirbt für ihre strenge Auslegung der Scharia, mit der sie auch innerhalb der islamischen Welt auf Widerstand stößt. Insbesondere Frauenrechte wurden massiv beschnitten. So verboten sie afghanischen Frauen, in Hilfsorganisationen oder für die Vereinten Nationen zu arbeiten.

2010 waren zehn IAM-Mediziner bei einem Angriff in einer abgelegenen Region im Norden Afghanistans getötet worden. Sowohl die Taliban als auch eine weitere militante Gruppe hatten sich seinerzeit zu dem Angriff bekannt. Schon damals warfen die Taliban der Gruppe vor, bei ihr handele sich um christliche Missionare.

SourceWelt
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