Thursday, June 20, 2024
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35 Prozent Der Schweizer Flüge Heben Verspätet Ab

In keinem anderen Land in Europa sind Flieger so oft verspätet wie hierzulande. Gründe dafür gibt es viele.

Die Schweiz gilt allgemein als pünktliches Land. Nun aber stellt ihr die auf den Flugverkehr spezialisierte Firma Flightright aus Deutschland in Bezug auf die Pünktlichkeit kein gutes Zeugnis aus.

Die Flugdaten vom Sommer zeigen, dass in der Schweiz 35 Prozent der Flüge um mindestens 15 Minuten verspätet abgeflogen sind. Zudem wurden auch überdurchschnittlich viele Flüge gestrichen, wie Oskar de Felice von Flightright erklärt. «Es sieht nicht so gut aus.» Im europäischen Vergleich sei die Schweiz das unpünktlichste Land. Bei den Stornierungen lande sie auf Platz vier.

Die Differenz zu den anderen Ländern sei relativ gross, sagt de Felice. In Grossbritannien, Italien und den Niederlanden seien rund 30 Prozent der Flüge verspätet, Schweden 20 Prozent und in Polen und Spanien sind es rund 15 Prozent.

Anfälliger Knotenpunkt

Für die Verspätungen in der Schweiz gibt es etliche Gründe. Laut Flightright kumulieren sich hierzulande die Probleme, die es im internationalen Flugverkehr gibt. Die Schweiz mit der zentralen Lage – mitten in Europa – sei anfälliger, als Länder an der Peripherie.

Auch die Flugüberwachung Skyguide sieht in der zentralen Lage der Schweiz und den damit verbundenen Abhängigkeiten einen wichtigen Grund für die überdurchschnittlichen Verspätungen. «Die Schweiz ist ein Verkehrsknotenpunkt – auch in der Luft», sagt Mediensprecher Vladi Barrosa. «Wenn beispielsweise die Fluglotsen in Frankreich streiken, schlägt sich das automatisch nieder auf die Pünktlichkeit der Flughäfen Genf und Zürich.» So entstünden Verspätungen.

Flughäfen wegen Unwetter geschlossen

Beeinträchtigt wird der europäische Flugverkehr nicht nur von Streiks und Personalengpässen, sondern auch zunehmend von den extremen Wetterlagen. Dies hat sich insbesondere auch diesen Sommer wieder gezeigt, wie de Felice sagt. Flughäfen hätten wegen Starkregen, Gewitter oder Bränden geschlossen werden müssen. «Das sind klar Treiber dieses Jahres, welche die Verspätungen und Stornierungen in grossem Masse auslösen», sagt er.

Und so hatten die extremen Wetterverhältnisse auch einen Einfluss auf den Flugbetrieb in der Schweiz. Die starken Gewitter und Stürme führten in Genf und Zürich zu deutlich mehr Ausfällen und Verspätungen als noch im letzten Sommer.

Herausforderungen bei der Abfertigung

Neben dem Wetter und den internationalen Streiks gibt es im Schweizer Flugverkehr auch zusätzliche hausgemachte Probleme. Vor allem Engpässe beim Personal in den unterschiedlichsten Bereichen. Beim Flughafen Zürich fehlte vorübergehend Personal für die Pass- und Gepäckkontrolle.

Zudem arbeitet die für das Check-in und die Gepäckabfertigung zuständige Swissport am Limit. Seit Anfang Jahr hat Swissport 1200 zusätzliche Personen angestellt. Eine Sprecherin schreibt aber, dass es vor allem zu Engpässen in der Abfertigung komme, wenn die Flugpläne kurzfristig geändert würden. Solche Unregelmässigkeiten hätten sich gehäuft.

Swiss plant Puffer ein

Die Fluggesellschaft Swiss wiederum reagiert auf die Verspätungen, indem mehr Puffer eingeplant werden, zum Beispiel mit Personal und Flugzeuge auf Bereitschaft, wie Oliver Buchhofer, Leiter Flugbetrieb, sagt. «Das erlaubt uns, wenn ein Flug verspätet ist, dass wir diesen ersetzen können.»

Für die Swiss steht viel auf dem Spiel, denn im europäischen Vergleich gilt sie nun als Gesellschaft mit häufigen Verspätungen, was schlecht für das Image ist. 

SourceSRF
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