Friday, June 21, 2024
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Schweizerischer Jüdischer Verein Besorgt Über Antisemitische Fälle


Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) gibt an, in den letzten zwei Wochen 26 antisemitische Vorfälle in der Schweiz registriert zu haben.

Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober seien durchschnittlich zwei Vorfälle pro Tag gemeldet worden, sagte SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Im Jahresvergleich sei dies für einen so kurzen Zeitraum ein großer Betrag, sagte er. Im gesamten Jahr 2022 gab es 57 Fälle. „Der SIG ist über diesen Trend besorgt“, sagte die Organisation und fügte hinzu, es müsse unbedingt sichergestellt werden, dass die Emotionen im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Krieg nicht auf die Schweiz übergreifen.

Nach Angaben des SIG handelte es sich bei den 26 Vorfällen um drei Körperverletzungen, fünf Beleidigungen, sechs Schmierereien, acht E-Mails und Briefe sowie vier Plakate oder antisemitische Äußerungen bei Demonstrationen.

Die SIG-Zahl berücksichtigt keine antisemitischen Äußerungen im Internet – und auch nicht den französischsprachigen Teil des Landes. Der Verein CICAD, der sowohl in der Westschweiz als auch im Internet tätig ist, teilte am Freitag jedoch mit, dass er in den vergangenen zwei Wochen 88 Vorfälle verzeichnet habe, davon 66 im Internet.

Eine andere Gruppe, die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, stellte ebenfalls einen Anstieg der Fälle fest, schrieb Keystone-SDA am Freitag: Darunter sei auch ein islamfeindlicher Vorfall gewesen, als ein 16-Jähriger auf der Straße als Terrorist bezeichnet wurde, weil er sprach Arabisch.

Gemeinsame Berufung von sieben Parteien

In einer gemeinsamen Erklärung appellierten die sieben größten politischen Parteien der Schweiz am Freitag an die Bevölkerung: Antisemitismus habe in der demokratischen Gesellschaft der Schweiz keinen Platz. Es sei die gemeinsame Aufgabe von Behörden, Parteien, Verbänden und allen Bürgern, mit Zivilcourage gegen solche Vorfälle vorzugehen, hieß es.

Nach dem Angriff der Hamas haben die Schweizer Sicherheitsbehörden die Massnahmen vor israelischen Vertretungen in der Schweiz verschärft, während Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Krieg derzeit in mehreren Kantonen und Städten verboten sind.

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